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Cherbourg aus wurde die 5.Schnellbootflottille in den folgenden beiden
Jahren gegen alliierte Küstengeleitzüge und bei der Verminung der Küstengewässer
eingesetzt. So gelang ihr im November 1942 de Versenkung von 4 britischen
Frachtern und im Januar 1944 sogar die Vernichtung von 7 Dampfern mit
zusammen ca. 7500 BRT. Während dieser Zeit wurden die Boote zur Abwehr
der immer stärker werdenden Bedrohung durch britische Flugzeuge und
Motor-Gun-Boats zunehmend mit Flak und leichter Panzerung ausgerüstet.
Einige S-Boote Warngeräte gegen Radar-Ortung
Am 6.Juni 1944 begann die alliierte
Invasion in der Normandie und die 5.Schnellbootflottille wurde zusammen
mit anderen S-Bootflottillen gegen die Landungsflotte eingesetzt. Im
Gegensatz zu den vorherigen Jahren stieg die Verlustrate jetzt stark an.

stellvertretend für alle
gefallenen Kameraden
Die der Flottille verbliebenen 5
Boote wurden bald nach Le Havre befohle, nach Durchbruch durch die
Invasionskette, wo sie am Morgen des 15. Juni 1944 im Hafen bei einem Luftangriff zerstört wurden.
S112 blieb wegen Drucklagerschaden der Wellenanlage in Cherbourg und
verlegte später mit Teilen der 9.S-Fl. nach Saint Malo, und hat das
Kriegsende in der Festung SW-Frankreich mit der Besatzung überlebt.
Kommandant S112 war Obersteuermann Deppe. Mit der Vernichtung der 5.Schnellbootflottille fiel auch der neue
Flottillenchef Kptlt. Johannsen.
Die überlebenden Besatzungen wurden bald
darauf nach Deutschland zurückgeführt, wo sie nach der Neuaufstellung
der 5.Schnellbootflottille am 03.06.1944, nur die Schulboote der
Schnellboots-Schulflottille in Swinemünde übernahmen. Mit diesen
abgefahrenen Booten und vielen unerfahrenen Besatzungsmitgliedern verlegte
die Flottille nach zweiwöchiger Ausbildung unter Führung von Kplt.
Holzapfel in den finnischen Meerbusen. Dabei wurden sie von ihrem
Begleitschiff "Herman von Wissmann" begleitet. Das Begleitschiff
wurde unfertig in Holland beschlagnahmt und von der Kriegsmarine
fertig gebaut. Es ist nach dem Krieg noch lange Jahre unter polnischer
Flagge gefahren.

Begleitschiff "Herman von
Wissmann"
Aus den finnischen Schären liefen die
Boote trotz unzulänglicher Bewaffnung zu Deckungsoperationen für die
eigenen Minen- und Torpedoboote aus. Später wurden sie auch zu offensiven
Minenlegeaufgaben eingesetzt.
Im Dezember 1944 erforderte es die Lage
jedoch eine Verstärkung der S-Bootwaffe im Englischen Kanal, so verlegte
die 5.Schnellbootflottille nach Übernahme von 10 neuen modernen Booten
nach Den Helder in den Niederlanden. Von hier aus fuhr die Flottille
wieder Angriffe auf den alliierten Versorgungsverkehr und verminte
die britischen Flussmündungen. Auf diesen Minen sanken später zwei
Frachter, zwei weitere wurden beschädigt. Die eigenen Verluste blieben
durch die Ausrüstung der Boote mit zusätzlicher Flak und Radargeräten
relativ gering.
Bevor die Versorgungslage in Holland zur Rückverlegung
der S-Flottille zwang, erzielten die Boote am 21. und 22. Februar 1945
ihren letzten Erfolg mit der Versenkung von zwei Frachtern mit zusammen
3800 BRT.
In der Ostsee operierten die Boote nun
gegen sowjetische Bewacher. Am 6.Mai 1945 lief die Flottille zum letzten
Mal aus ihrem Einsatzhafen Rönne auf Bornholm aus. Unter ständigen
sowjetischen Luftangriffen gelang es den Booten, Teile der
eingeschlossenen Kurlandarmee über die Ostsee nach Flensburg zu
bringen.
Dort erlebten sie am 9 Mai 1945 die
Bedingungslose Kapitulation. Nach Gefangennahme der Besatzungen wurden die
verbliebenen Boote unter den Alliierten als Kriegsbeute aufgeteilt.
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